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  • EU fordert Abitur für Pflegeberufe

    Tausende freie Stellen für Mediziner warten in Deutschland vergeblich darauf, mit Berufsnachwuchs besetzt zu werden. Laut Onlineausgabe der Merkur-Zeitung kommt auf drei unbesetzte Pflegestellen lediglich ein Bewerber. Die Stellenbörsen für das Gesundheitswesen weisen einen Überschuss an Jobs für Pfleger auf. Nun droht sich die Situation zusätzlich zu verschärfen, denn die EU-Kommission will die Voraussetzungen für den Pflegeberuf in Europa anpassen. Das bedeutet mitunter, dass zwölf Schuljahre nötig sind, um die Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger beginnen zu können. Im deutschen Schulsystem entspricht das dem Abitur - mittlere Reife wird dann nicht mehr genügen.

    Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), nennt gegenüber der Merkur-Zeitung das drastische Ergebnis der neuen Verordnung: „90 Prozent der Jugendlichen, die diesen Beruf erlernen, könnten das künftig nicht mehr tun, weil sie nur über einen Real- oder Hauptschulabschluss verfügen." Bleibt die Frage stehen, wie sich die Neuregelung zukünftig auf die Jobvermittlung für Kranken- und Altenpfleger auswirken wird. Möglich, dass der Stellenmarkt für medizinisches Fachpersonal dann weiter wächst. Es kann aber auch eine positive Trendwende eintreten, denn in anderen EU-Ländern ist der Pflegeberuf sehr angesehen - anders als in Deutschland. Die Anhebung des Niveaus könnte einen Imagewechsel hervorrufen und damit den Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen stärken.