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  • Ärzte fordern Bürokratieabbau

    Immer mehr Stimmen erheben sich gegen die Papierkrieg im Mediziner-Alltag: Nach Gesundheitsexperten und Ärztekammern kritisiert nun auch der Deutsche Hausärzteverband die Dokumentationspflicht von Praxisärzten. Die Arbeitszeit der Arztstellen sei laut Ulrich Weigeld, Bundesvorsitzende des Verbandes, zu einem Großteil für die Pflege von Unterlagen belegt. Viele der Protokollvorgaben stammen dabei von den Krankenkassen. Die Leidtragenden seien vor allem die Patienten. Die Jobs der Ärzte haben sich zu einem Verwaltungsakt entwickelt. Wiegeld betont, dass die Krankenkassen für die Bürokratie ebenso viel Geld investieren wie in die gesamte hausärztliche Versorgung der Patienten.

    Der Abbau der Papierberge würde nicht nur den Patienten zu Gute kommen, sondern auch der Ärztevermittlung. Der Arztberuf könnte an Attraktivität gewinnen, indem die Tätigkeit sich wieder auf den ursprünglichen Sinn, dem Heilen von Menschen, konzentrieren würde. Der deutsche Stellenmarkt für Ärzte bietet nach wie vor eine Vielzahl Jobs in Kliniken und auch die Hausarztpraxen kämpfen noch immer um Nachwuchs. Widerstand gegen den Bürokratieabbau leistet der Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung. Er argumentiert, dass von selbstständigen Handwerkern ebenfalls eine klare Abrechnung gefordert wird, und dies auch von Ärzten verlangt werden könne, die das Dreifache verdienen. Nun hat die Politik reagiert: Das Bayerische Gesundheitsministerium hat in Zusammenarbeit mit der KV Bayern eine Anlaufstelle für Bürokratieabbau ins Leben gerufen.